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 Druckarten und Überdrucke bei Briefmarken      zurück
Aus einem Vortrag im Verein von Karlheinz Fuhr

Buchdruck:
Buchdruck versteht sich als zu den "Hochdruckarten" gehörend.
Erhabene Lettern werden mit Farbe versehen und mit starkem Druck auf das Papier gepresst.

Erkennungsmerkmale: (besser mit Lupe zu sehen!)
Quetschränder an Linien und Schriften
rückseitig leichte Prägung

Prägedruck: Druckformen
In 2 übereinstimmenden, davon je eine mit erhabenen und die andere mit vertieft liegenden Lettern wird Druckfarbe aufgetragen und auf das zu bedruckende Papier gepresst. Der Prägedruck wird fast immer in Verbindung mit anderen Druckarten angewandt.

Erkennung:
vorderseitig positives und rückseitig negatives Relief

Indirekter Hochdruck / Letterset:
Der Unterschied zum konventionellen Hochdruck besteht darin, dass kein direkter Druck von der Druckform auf das Papier stattfindet. Die Hochdruckplatte drückt auf einen mit einem Gummituch bespannten Zylinder, von dem dann das Motiv auf das Papier übertragen wird. Der Übertragungsvorgang verläuft wie beim Offsetdruck.

Offsetdruck:
Beim Offsetdruck werden biegsame Metallplatten als Druckträger verwendet. Diese werden um den Druckzylinder gespannt. Der Druck erfolgt über Gummituchzylinder auf das Papier. Der Offsetdruck gehört zu den indirekten Druckverfahren, seitenrichtige Zeichnung ist absolut notwendig. Halbtöne werden gerastert und verschieden große Punkte täuschen unterschiedliche Helligkeit vor.
Farbtöne: kleine Punkte täuschen helle Tonwerte vor, dunkle Werte entstehen aus größeren bzw. großen Punkten, je nach der gewünschten Helligkeit.
Das Offset-Verfahren stellt keine großen Anforderungen an die Papierqualität, deshalb ist eine sehr schnelle Arbeitsweise möglich.
Das Offsetdrucken verdrängt den Buchdruck, besonders auch im Mehrfarbendruck und bei Masseneinlieferungen von Drucksachen

Erkennungsmerkmale:
Farbflächen gleichmäßig eingefärbt
keine ausgefransten und keine gequetschten Ränder
rückseitig keine Prägung sichtbar
Tonwertabstufung durch Aufrasterung
Rasterpunkte unterschiedlich groß aber mit gleicher Farbintensität
Kombination mit Stichtiefdruck möglich

Tiefdruck:
Die Farbgebung gelangt über Einfärbwalzen in die tiefer gelegenen Bildteile. Das Entfernen von Farbresten auf der Oberfläche des Druckzylinders erfolgt durch eine Wischeinrichtung (Rakel). Die Papierbahn übernimmt die Druckfarbe aus den Vertiefungen des Zylinders.

Stichtiefdruck:
Der Kupferstich ist die älteste Technik des Tiefdrucks.
Die Zeichnung wird mit einem Stichel in die Kupfer- oder Stahlplatte eingraviert. Nach dem Härten der Platte wird das vertieft liegende Bild auf einen Rundstahl (Molette) übertragen und dabei reliefartig geprägt. Die Bildübertragung folgt von der gehärteten Molette auf den mit einer weichen Kupferschicht überzogenen Druckzylinder, der durch Verchromung gehärtet wird. Das Bild sieht man auf dem Druckzylinder seitenverkehrt und vertieft.

Das saugfähige feuchte Papier nimmt beim Drucken die zähflüssige und trocknende Farbe auf und diese bildet eine leicht erhabene sanfte Kruste. Durch die Feuchtigkeit und das anschließende Trocknen des Papiers können messbare Abweichungen in der Größe des Markenbildes entstehen. Bei der ersten Herstellung der Halbtonwiedergabe verwendete man die Schabetechnik - auch Mezzotinto genannt. Unter Verwendung des Gravierstahles bringt man zusätzlich kleine Vertiefungen in die Platte.

Für Markenbilder, die eine besonders genaue Bildeinzelheit darstellen sollen, bevorzugt man das Stichtiefdruckverfahren. Allerdings handelt es sich bei dieser Druckart um das teuerste Druckverfahren und es kommt meistens nur bei der Herstellung der höheren Nennwerte zur Anwendung. Es bietet den größtmöglichen Schutz gegen Fälschungen.

Die Erkennungsmerkmale sind:
Farbauftrag des Reliefs spürbar
Zeichnung besteht aus feinen Linien und Punkten
Farbflächen werden durch eng nebeneinander liegende und / oder kreuzende Linien gebildet
klares detailliertes Markenbild

Der Rastertiefdruck ist ein Ätzdruck, auch Rakeltiefdruck genannt
Die Zeichnung wird fotografisch auf eine Kupferplatte übertragen.
Die älteste Form des Ätztiefdruckes, die Heliogravüre oder Fotogravüre.
Vor dem Übertragen der Negativ-Zeichnung durch ein Pigmentpapier wird die Kupferplatte mit einer Asphalt- oder Harzstaubschicht als Kornraster aufgeschmolzen. Durch das Pigmentpapier hindurch wird die Platte in mehreren Schritten geätzt, wodurch sich Vertiefungen bilden.

Der moderne Rastertiefdruck ist eine Weiterentwicklung der Heliogravüre. Durch zwei Belichtungen wird der Raster und die Zeichnung auf das Pigmentpapier übertragen. Dies wird auf dem Druckzylinder entwickelt. Beim folgenden Ätzen entstehen die Vertiefungen. Die Vertiefungen für Rastertiefdruck werden mit dünnflüssiger Farbe aufgefüllt und über fließende Farbe durch Rakel abgestreift. Die Farbe wird vom angepressten Papier aufgenommen und trocknet im Gegensatz zum Stichtiefdruck eben auf. Da das Papier nicht so feucht wird wie beim Stichtiefdruck, trocknet es eben auf und es gibt kaum Größenunterschiede des Markenbildes.

Erkennung:
Sägezahneffekt bei Linien, Schriften und Bildrändern
gleichgroße Rasterpunkte und Farbabschwächung zur Rasterpunktmitte
Rasterbild wirkt in Vergrößerung unscharf
hohe Farbintensität
großer Tonwertumfang
perliger Ausdruck an vielen Stellen (Farbfließstruktur)