| 50 Jahre und kein bisschen älter, der
"Posthornsatz", des Sammlers liebstes Kind!
Hans-Günter Frech, Nidderau
Dauerserien waren von jeher für uns Sammler
faszinierend. Ob vor 50 Jahren oder heute, immer noch haben diese
Ausgaben etwas Besonderes. Nun wurde die erste Dauerserie mit
Inschrift "Deutsche Bundespost" 50 Jahre alt und in diesem Jahr
feiern die letzten beiden Wertstufen zu 80 Pf und zu 90 Pf ihr 50.
Ausgabejubiläum.
Als am 01.April 1952 im Amtsblatt Nr. 28, unter
der Verfügung 168, die o. g. beiden letzten Werte angekündigt
wurden, ahnte die Sammlerschaft noch nichts von der Beliebtheit der
Markenausgabe. War doch im Vorfeld um die Ausgabe ein großer Wirbel
entstanden.
Aber so einfach war das mit dieser Serie nicht!
Beginnend mit der Ausschreibung eines Preisausschreiben - zur
Erlangung von Entwürfen für Briefmarken der Bundesrepublik
Deutschland - (nachzulesen in der Beilage zur Sondernummer des
Amtsblattes vom 02. Januar 1950), wohl einmalig in der
Markenausgabelandschaft der Bundesrepublik Deutschland, bis hin zu
der Ausstellung der Entwürfe in der Wandelhalle der Paulskirche
Frankfurt/Main, suchte man ein geeignetes Motiv für die "Erste
Dauerserie" der noch jungen Bundesrepublik Deutschland.
Voraus ging der Zusammenschluss der drei Westzonen
am 03. Oktober 1949.
Ab da galten alle Briefmarken der Vereinigten Wirtschaftsgebiete und
der Länder Baden, Rheinland-Pfalz und Württemberg-Hohenzollern im
gesamten Bundesgebiet. Bei der Vielfalt von gültigen Postwertzeichen
wussten selbst die Schalterbeamten oftmals nicht, welche Briefmarken
eigentlich noch gültig waren. Diese unübersichtliche Lage erforderte
dringend die Einführung einer neuen einheitlichen Dauerserie mit der
Inschrift "Deutsche Bundespost". Ja, selbst die neu gegründete
Deutsche Demokratische Republik war hier schneller, hatte sie doch
bereits ab dem 02. März 1950 auf den gültigen Postwertzeichen -
statt "Deutsche Post" - nun die neue Bezeichnung "DDR" eingeführt.
Somit fand ein sportpolitischer Anspruch gegenüber jeglichen
Kritikern seine Begründung.
Natürlich liefen bereits seit dem 03. Oktober 1949
diverse Vorbereitungen. Hier hatte der Referent des neuen
Bundespostministers bereits die Ausschreibungsbedingungen für o. g.
Preisausschreiben entworfen und am 28. Dez. 1949 zur
Veröffentlichung freigegeben.
Eingereicht wurden weit über 5000 Entwürfe.
Nachdem am 01. April 1950 die Postverwaltung
in der Bundesrepublik Deutschland vom Bundespostministerium
übernommen wurde, stellte ab 10. April bis zum 07. Mai 1950, der
erste Bundespostminister Herr Dr. Hans Schuberth, im Rahmen einer
Ausstellung in der Wandelhalle der Paulskirche in Frankfurt/Main,
die neuen Markenentwürfe der Öffentlichkeit vor.
Die Presse nahm großen Anteil daran und als
erster Preisträger wurde Prof. Johannes Wohlfahrt aus
Rottenburg/Neckar mit dem Motiv "Friedenshände" ausgerufen.
Obwohl das Preisausschreiben nun abgeschlossen und
ein mögliches Markenmotiv gefunden war, fiel die Entscheidung ganz
anders aus! Wie uns heute bekannt ist auf das Motiv "Ziffer mit
Posthorn".
Im Amtsblatt Nr. 1 vom 03. Januar 1951 wurde die
neue Dauerserie angekündigt. Dennoch verging fast ein halbes Jahr,
bis die ersten Werte der Ausgabe zu 4 Pf, 10 Pf und 20 Pf verausgabt
werden konnten.
Die "Ersttags-Stempelpanne"
Laut Verfügung Nr. 227/1951 konnten Sendungen
unter freigemachtem Umschlag mit dem Vermerk "Ersttagsstempelung"
bei jeder Postdienststelle der Bundesrepublik Deutschland nur am 20.
Juni 1951 an die Versandstellen aufgegeben werden.
Gerade diese Festlegung echt laufender
Ersttagsbriefgesuche mit dem Auflieferungsdatum vom 20. Juni führte
zu der besagten Panne.
Wegen den noch sehr hohen Beständen der Bautenmarken
hatten nicht alle Postämter die neuen Marken vorrätig oder waren
nicht bereit, diese an die Kunden abzugeben. Nach Einspruch durch
den Bund Deutscher Philatelisten kam man ausnahmsweise dem Wunsch
nach, die "Ersttags-Abstempelfrist" bis zum 30. Juni zu verlängern.
Mit Verf. 606/51 kam der letzte amtliche Ersttagsstempel für die
Werte zu 40 Pf und 60 Pf am 20. Dezember 1951 zum Einsatz (danach
nur noch Tagesstempel).
Mit der Entscheidung, die Posthorn-Dauerserie
herauszugeben, war gleichzeitig eine befristete Verkehrszeit
festgelegt worden. Die Posthornserie war somit kaum dreieinhalb
Jahre frankaturgültig. Der eigentliche Zeitraum der überwiegenden
Nutzung eher noch kürzer, denn am Anfang wurden die Bautenwerte
aufgebraucht und ab Frühjahr 1954 bekam sie Konkurrenz von der
Heuss-Serie. Bedingt durch nicht optimale Produktionsbedingungen
Anfang der 50er Jahre weist die Posthornserie trotz der kurzen
Verwendungszeit und der für Dauerserien teilweise geringen Auflagen
viele Besonderheiten auf.
Papier und Farben änderten sich mehrfach, vier
Marken wurden sogar in zwei verschiedenen, unterscheidbaren
Druckverfahren, im Plattendruck und im Walzendruck hergestellt.
Sowie es über den Michel-Spezial-Katalog hinausgeht, sind viele
Fragen offen, deren Beantwortung eine intensive Beschäftigung
erfordert.
Noch heute wird das schlichte und einprägsame
Bildmotiv von vielen Sammlern belächelt! Das Posthorn ist aber
schlechthin der Motivklassiker für Dauerserien und das nicht nur in
Deutschland. Wer Lust und Spaß an der Ausgabe findet, kann sich nun
hier tummeln, beim Sammeln von Einheiten, Rand- und Druckvermerken
oder Abarten, seltene Destinationen und / oder Portostufensammlungen
jeglicher Art. Man könnte über diese Ausgabe noch vieles schreiben
und berichten, lassen wir es aber bei ein paar Besonderheiten, die
nicht im Michel-Katalog zu finden sind und über die noch wenig
Informationen vorliegen!
"Die Mischfrankaturen-Situation" mit der
Bautenausgabe!
Heute neigen die Sammler dazu, die Einzel- oder
Mehrfachfrankaturen der jeweiligen Markenausgaben den
Mischfrankturen vorzuziehen. Wen wundert das!
Sind die preislichen Unterschiede doch in allen
Katalogen nachzulesen. Es ist das Problem der Mischfrankaturen, das
manchem Sammler nicht behagt. Nicht die genaue "Posthorn-Frankatur"
mittels einer oder mehreren Wertstufen war im zweiten Halbjahr 1951
bei höheren Gebührenstufen das Normale, sondern vielmehr die
Mischfrankatur mit "Bauten-Werten". Waren die Pfennigwerte doch noch
in ausreichenden Mengen an den Postschaltern erhältlich und noch bis
zum 31. März 1951 frankaturgültig. Erst kurz vor Weihnachten kamen
höhere Werte zu 40 Pf und 60 Pf (20. Dez. 1951) in den Umlauf. Da
bereits früher viele Sammler diese Mischfrankaturen nicht besonders
liebten, wurden die meisten Briefumschläge im Laufe der Zeit
zerschnitten.
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Seltener sind somit Briefe aus dieser Zeit:
Fernbrief bis 40 g, vom 28. Juni 1951 nach Holland, mit rückseitiger
"Zollvignette" zur Devisenüberwachung "zollamtlich geöffnet" und
Stempel der Briefprüfstelle - 28. Juni 1951 - beim Zollamt Rheine i.
W. Gebühren: Für 20 g = 30 Pf, je weitere 20 g = 20 Pf.
Zu diesem Zeitpunkt waren nur die Marken zu 4 Pf,
10 Pf und 20 Pf aus der Posthornserie bei der Post erhältlich. Erst
über 2 Monate später - am 01. August 1951 - folgten die Werte zu 2
Pf, 5 Pf und 30 Pf. Da sich zu diesem Zeitpunkt noch erhebliche
Mengen von Bautenmarken im Umlauf befanden, ist es logisch, dass so
frankiert wurde!
Am 20. September 1951, drei Monate nach Ausgabe
der ersten Werte, folgten die Marken zu 6 Pf, 8 Pf, 15 Pf und 25 Pf.
Kurz vor Weihnachten kamen die Werte zu 40 Pf und 60 Pf am 20.
Dezember 1951 in den Umlauf.
Nun kann man davon ausgehen, dass die letzten
verausgabten Werte des Jahres 1951, ihre Verwendung erst in den
ersten Monaten des Jahres 1952 fanden, d.h. bis zu deren
Ausgabetermin waren die "Bautenmarken" gleichberechtigt im
fließendem Übergang beider Serien zu sehen.
So ergibt sich zwangsläufig: Mischfrankaturen -
"Posthorn / Bauten" sind im 2. Halbjahr für alle die 40 Pf-Marke
übersteigenden Gebühren das Normale!
Wie z.B. bei dem Luftpostbrief mit einem Gewicht von
8 g nach Kairo / Ägypten vom 09. Januar 1952. Durch gutes Mischen
mit kleinen Pfennigwerten Bauten / Posthorn wurden die
Luftpostgebühren in Höhe von 40 Pf bezahlt (Zone II = 2 X 20 Pf).
Erst ab 11. März 1952 kam mit Ausgabe des 70 Pf Wertes, eine
geeignete Marke für diese Gebühr zum Einsatz.
Man kann an dieser Stelle festhalten, dass ab Mai
1952 die Mischfrankaturen mit Bauten- / Pfennigwerten immer seltener
werden, da nunmehr alle sechzehn Wertstufen der Posthornserie an den
Postschaltern in ausreichenden Mengen vorlagen. Im ersten
Vierteljahr 1953 bis zur Außerkurssetzung der Bauten- /
Pfennigmarken am 31. März 1953 sind Mischfrankaturen zwar noch
möglich gewesen, doch kaum noch anzutreffen.
Nun könnte man zwar zwischen von Philatelisten
"gemachten" und solchen "reinsten Bedarfs" an Mischfrankaturen
unterscheiden, aber halten wir uns mit so feiner Differenzierung an
dieser Stelle nicht auf.
Nehmen wir den Post-Innendienst: Die
Paketkarten
In der ersten Gebührenperiode für den Paketdienst
nach Ausgabe der ersten Posthorn-Wertstufen hatten die kleinen
Markenwerte nur eine kurze und begrenzte Verwendungszeit. Bereits am
20. Oktober 1951 galten die neuen Gebührensätze für Inlandspakete
und hatten Bestand bis zum 30. April 1958. Nun gab es ja bis dato
nur die kleinen Posthornwerte bis 30 Pf und es liegt auf der Hand,
dass die reine Verwendung von Wertstufen der Ausgabe Ziffer mit
Posthorn auf Paketkarten eher selten war! Auch hier galt der alte
Wahlspruch der Post "möglichst wenige Wertstufen für die jeweiligen
Gebühren einzusetzen"!
Auszug aus der Gebührentabelle - Gewöhnliche
Pakete
(Höchstgewicht 20 kg)
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bis 75 km |
bis 150 km |
bis 375 km |
bis 750 km |
über 750 km |
| bis 5 kg |
50 Pf |
60 Pf |
90 Pf |
90 Pf |
90 Pf |
| bis 6 kg |
60 Pf |
80 Pf |
120 Pf |
130 Pf |
140 Pf |
| bis 7 kg |
70 Pf |
100 Pf |
150 Pf |
170 Pf |
190 Pf |
| bis 8 kg |
80 Pf |
120 Pf |
180 Pf |
210 Pf |
240 Pf |
| bis 9 kg |
90 Pf |
140 Pf |
210 Pf |
250 Pf |
290 Pf |
Die beiden unten abgebildeten Paketkarten zeigen
die möglichen und gegebenen Nuancierungen. Die Paketkarte entspricht
nach der Unterschiedsdefinition "echtem" Bedarf; dennoch hätte man
bei der linken Paketkarte (von Fürstenau Kr. Bersenbrück nach
Röderaul über Riesa / sowjetische Zone vom 04.Oktober 1951 in der 3.
Entfernungszone über 150 bis 375 km mit einem Gewicht bis 5 kg), die
Frankatur auch mittels dreier 30 Pf Posthornmarken darstellen
können. Also was stimmt?
Ganz einfach: Paketkarten wurden überwiegend bei
der Einlieferung am Paketschalter vom Annahmebediensteten frankiert.
Die 90 Pf Bautenmarke gab es in seinem Wertzeichenbuch nicht mehr
und er hat nach dem "Sparsamkeitsprinzip" die eben noch vorrätige
60er Bautenmarke mit einem schon vorhandenen 30 Pf Posthornwert
kombiniert (vermutlich war die 30 Pf Bautenmarke bereits
aufgebraucht).
Rechte Paketkarte: Hier sehen wir eine "reine
Posthornfrankatur" (Viermal 30 Pf und einmal 10 Pf) aus der ersten
Gebührenperiode - eine Seltenheit ersten Ranges!
Weil die 30 Pf Wertstufe erst am 01.08.1951
ausgegeben wurde, war diese Möglichkeit der Verwendung auf 11 Wochen
begrenzt. Dazu kommt noch die Destination des Paketes, nämlich der
Versand in die DDR (allein schon die beiden unterschiedlichen
Ankunftsstempel auf der Rückseite sind beachtenswert - (15b)
Stadtroda, 17.10.51-6, Kennbuchstabe c und (15) Ottendorf über
Stadtroda, 17.10.51-10, Kennbuchstabe a).
Und noch mehr erstaunt, dass diese Paketkarte - in
die Entfernungszone 4, Gewicht 6 kg - als Ganzes erhalten blieb und
den Weg zurück in die BRD fand.
Die vorgehende Gebührenperiode endete damit am 19.10.1951; bezogen
auf die Posthorn-Serie war es also frühestens ab 20.06.1951 möglich,
mit 10 bzw. 20 Pf-Marken auch Paketkarten mit zu frankieren. Aus
diesen vier Monaten der "Restperiode" daher Posthorn-Paketkarten im
Markt zu finden, dies gleicht der berühmten Suche nach der
"Stecknadel im Heuhaufen". Dabei ist keinesfalls auszuschließen,
dass solche Belege sich noch unentdeckt in Paketkartenposten von
Händlern befinden, weil eben diesem Gebiet bisher allgemein zu wenig
Beachtung geschenkt wurde. Im Amtsbl. Nr. 103 vom 17.10.51 kündigte
die Post die neuen Paketgebühren an, Gültigkeit bis 30.04.1958.
Bereits bei der Ankündigung der Serie im Amtsblatt
Nr.1/1951 vom 03.01.1951 hatte man seine liebe Not mit den
Wertstufen. Kündigte man doch "Werte zu 1 und 2 DM" an, die aber
wegen den noch erheblichen vorhandenen Markwerten der Bautenausgabe
nie verausgabt wurden. Des weiteren hatte man die 70 Pf Wertstufe
nicht eingeplant! Diese schob man ohne eine vorherige Ankündigung
kurzfristig mit Amtsbl. Verf.102/1952 am 11.03.52 ein.
Mit der Gebührenänderung zum 01.Juli 1954 stellte
sich ein weiteres Problem. Für "Drucksachen bis 20g" wurden die
Gebühren von 4 Pf auf 7 Pf angehoben, hierfür hatte man aber keine
geeignete Wertstufe eingeplant! Drucksache ist vom 01. Juli 1954!
Auch in der bereits verausgabten Th. Heuss I-Serie
befand sich kein 7 Pf Wert (siehe Amtsbl. Nr. 10 vom 25.Januar
1954). Lag es nun an der Hektik und der Kürze der Zeit, dass man
eine wichtige Wertstufe außer acht ließ? Hatte man doch bereits in
der Verf. Nr. 41/1954 vom 25. Jan.1954 angekündigt, dass der
Postschalterverkauf der Ziffernserie 1951 zum 30. Juni 54 endete.
Nun bekamen
die 2 Pf Ergänzungs- und Füllwerte der Ziffern- sowie der Th. Heuss
I-Dauerserie eine ganz besondere Rolle! Man kann davon ausgehen,
dass manch vorausschauender Postbeamte die kleinen Werte erst einmal
in seinem Wertzeichenbuch weiterführte, denn die am 15. Juni
verausgabte 2 Pf Marke der "Th. Heuss I-Serie war sicherlich noch
nicht in ausreichenden Mengen bis zum 01. Juli vorhanden
(Stempeldatum 14.7.54).
Beide Drucksachen stellen die 27 Tage ohne 7
Pf-Wertstufe am Postschalter schön dar, denn erst am 28. Juli
erschien der 7 Pf-Wert aus der Ausgabe Th. Heuss I. Bis dahin konnte
man das neue Drucksachen-Porto nur durch eine Mischfrankatur einer 2
+ 5 Pf-Posthorn bzw. 2 Pf-Posthorn und 5 Pf-Heuss oder umgekehrt
erreichen. Knapp vier Wochen waren solche Mischfrankaturen nur
möglich: man versuche heute einmal, solche Belege noch zu finden!
Noch schwieriger wird es natürlich bei Sonderdiensten!
Kommen wir am Schluss unserer Betrachtung noch
einmal zum Gültigkeitsende der "Ziffernserie 1951". Hier sprechen
wir von der "184 Tage-Portoperiode - 01. Juli bis 31. Dezember 1954"
und suchen immer wieder diverse Verwendungsmöglichkeiten bzw.
ausgefallene Portostufen! Gibt es diese überhaupt, müssen wir hier
fragen?
Man beachte noch einmal das bereits angesprochene
Amtsbl. Nr.10 und die Verf. Nr. 41/54! Hier ist nachzulesen: "Der
Postverkauf der DM-Werte der Bautenserie und aller Werte der
Ziffernserie 1951 wird mit Ablauf des 30. Juni 1954 eingestellt.
Diese Postwertzeichen behalten ihre Gültigkeit zum Freimachen von
Postsendungen bis einschließlich 31. Dezember 1954. Sie können
während des Monates Januar 1955 kostenlos gegen gültige
Postwertzeichen umgetauscht werden".
Noch genauer findet man einen Hinweis in der Verf.
Nr.240/54 vom 04. Mai 1954 wieder: "Die Ende Juni 1954
zurückgezogenen Bestände sind an die Wertzeichenverteilungsämter
abzuliefern (siehe ADA VII, 1 §46) und dort gesichert aufzubewahren.
Die Stückzahl, getrennt nach Werten, ist zum 20. August 54 zu
melden. Soweit Restbestände mit Sicherheit bei den Ämtern innerhalb
der Gültigkeitsdauer im inneren Dienst aufgebraucht werden können,
dürfen sie von der Ablieferung ausgeschlossen werden. Über die
stofferhaltende Vernichtung der abgelieferten Bestände wird
besonders verfügt"!
Was heißt das nun für uns Sammler? Sendungen nach
dem 01. Juli sind eher selten!
An Hand der 70 Pf-Wertstufe mit der kleinsten
Auflage ergaben sich nach dem 01. Juli weitere
Frankaturmöglichkeiten, so z.B. Päckchen von 60 Pf auf 70 Pf
(Stempel --.8.54) und eingeschriebene Fernbriefe bis 20 g, von 60 Pf
auf 70 Pf (Stempel 17.7.54).
Ich denke, in der damaligen Zeit waren die
Postbeamten noch sehr korrekt und hielten sich an die Amtsblätter
und die daraus resultierenden jeweiligen Verfügungen.
Wie groß waren die Mengen, die sich noch im Handel
befanden? Das können wir heute kaum mehr recherchieren! Festzuhalten
wäre an dieser Stelle: "der offizielle Postschalterverkauf endet mit
dem 30. Juni 1954" und nicht wie bis heute immer wieder beschrieben
als Abverkauf der Serie bis zum 31. Dezember 1954! Auch in den
Schalterräumen der Post und Poststellen musste diese Bekanntmachung
bis Ende Juli 1954 ausgehängt werden. |