Die Eindeutschung Luxemburgs im Zweiten Weltkrieg

Gerhard Simon

Anhand des Belegs lässt sich die Entwicklung der Eindeutschung Luxemburgs exemplarisch darstellen. Bei Beginn des deutschen Westfeldzuges wurde Luxemburg der deutschen Militärverwaltung unterstellt. Die Distrikte wurden im August 1940 von deutschen Verwaltungskommissaren übernommen.



Luxemburg wurde Teil des Gaues Moselland mit der Hauptstadt Koblenz. Gauleiter war Gustav Simon, ein so genannter "alter Kämpfer". Nach dem Kriegsende tauchte er in Westfalen unter, wurde jedoch von den Briten aufgespürt und in Paderborn inhaftiert. Dort soll er sich gemäß Informationen der Briten erhängt haben, wahrscheinlicher ist jedoch seine Ermordung im Zuge seiner Auslieferung nach Luxemburg am 21.12.1945, wo er auch begraben ist.

Die Gemeinden Wilwerwiltz und Clervaux lagen im Distrikt Diekirch. Mit der Verordnung vom 14. November 1940 wurden viele Ortsnamen eingedeutscht. Aus Wilwerwiltz wurde Wilwerwilz, aus Clervaux Clerf. Doch Clerf erinnerte noch zu sehr an Clervaux. Clerf hieß später Klerf. Mit Wirkung vom 1.12.1940 entstanden nach deutschem Vorbild Kreisverwaltungen, denen ein Landrat vorstand. Wiwerwilz hatte ca. 200, Klerf ca. 1800 Einwohner, da ist es verständlich, dass in der kleinen Gemeinde ein nur geringes Postaufkommen bestand und überzählige Paketaufgabezettel im ca. 8 km entfernten Klerf aufgebraucht wurden. Verlorenkost ist ein Stadtviertel im Südosten der Stadt Luxemburg.

Im September 1944 besetzten US-amerikanische Truppen den Landkreis Diekirch. Die luxemburgischen Verwaltungsstrukturen und alten Ortsnamen wurden mit einigen Ausnahmen wieder eingeführt, z.B. behielten die Einwohner von Ulfingen den Namen ihrer Gemeinde. Vor der deutschen Besetzung hieß der Ort Troisvierges.

Quelle: Internet