Portofreier Kriegsgefangenenbrief vom 30.3.45 nach Kanada

Gerhard Simon

Einen Tag nach der Aufgabe des Briefes begann der Vormarsch der 1., 3. und 9. US-Armee auf den Großraum Harz. Am 10. April 1945 wurde Blankenburg eingeschlossen und am 20. April 1945 besetzt.



Blankenburg wurde anschließend von den Briten besetzt und am 23.7.1945 Teil der sowjetischen Besatzungszone.

Der Brief wurde von den Kriegsereignissen überholt und traf erst am 6.10.1945 in Kanada gemäß dem für die gesamte Kriegsgefangenenpost in Ottawa gebräuchlichen Eingangsstempel BASE A.P.O. ein Der Empfänger war jedoch inzwischen vom Camp „132“ in der Provinz Alberta in das Camp „133“ bei Lethbridge verlegt worden. Dort, im größten Lager Kanadas für 10000 bis 30000 Mann, wurde der Brief offenbar zum zweiten mal zensiert.

Das Blankenburger Schloss wurde erstmals als Burg 1123 erwähnt. Das Lehen wechselte im Laufe der Jahrhunderte zwischen den Blankenburger Herzögen und den Welfen in Braunschweig/Wolfenbüttel. Bis 1945 war Blankenburg die Residenz des Herzogs von Braunschweig. Seit der Wiedervereinigung gehört die Kleinstadt zum Kreis Wernigerode in Sachsen/Anhalt.